Auf den Spuren der Römer
Direkt vor Ort, in der Stadt und entlang des Rheins lassen sich Spuren des römischen Erbes entdecken, die bis in die Zeit von Novaesium und des Niedergermanischen Limes zurückreichen. Ob im liebevoll gestalteten Römergarten auf dem Gartenschaugelände, auf der Rheinvorland‑Route entlang antiker Orte oder bei einem Museumsbesuch in Neuss – hier eröffnet sich eine lebendige Zeitreise in das Leben vor über 2.000 Jahren. Erlebt Geschichte zum Anfassen, spannende Mitmach‑Angebote und einzigartige Ausblicke – für Familien, Kultur‑ und Geschichtsinteressierte gleichermaßen.
Als die Römer ins Rheinland kamen, hatten sie zwei wichtige Dinge dabei: eine Vielzahl von Pflanzen, die für uns heute selbstverständlich scheinen, und das Wissen, wie man diese Pflanzen anbaut. Der Römergarten auf der Landesgartenschau Neuss lädt zu einer Reise in die Antike ein. Inspiriert vom Innenhof einer römischen Stadtvilla eröffnet sich hier ein lebendiges Bild römischer Gartenkultur im Rheinland.
Vier Gartenbereiche, die gemeinsam mit dem Clemens Sels Museum Neuss und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln gestaltet wurden, zeigen anschaulich, wie die Römer ihre Umwelt gestalteten und nutzten: ein Küchen- und Kräutergarten, ein Obstgarten, ein Ziergarten sowie ein Heiliger Hain. Alle Pflanzen basieren auf archäobotanischen Funden aus dem römischen Rheinland – Geschichte wird hier unmittelbar erlebbar. Ein zentraler Brunnen schafft eine ruhige Atmosphäre und bietet einen angenehmen Ort zum Verweilen. Der Brunnen in der Mitte der Gartenanlage entstand mithilfe des Vereins der Freunde und Förderer des Clemens Sels Museums Neuss e.V.
Kinder freuen sich über die Erkundung des großzügigen Römerspielplatzes im Osten des Geländes. Auf über 860 m² bietet er vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten und sorgt mit seinem Wasser- und Matschbereich an warmen Tagen für eine willkommene Abkühlung. Die Gestaltung greift die Neusser Stadtgeschichte auf und ist vom römischen Legionslager Novaesium inspiriert.
Der Niedergermanische Limes wird auf der Landesgartenschau Neuss lebendig. Über rund 450 Jahre hinweg bildete der Rhein eine natürliche Grenze des Römischen Reiches – von der Nordseeküste bis nach Rheinland-Pfalz. Heute zählen 44 Fundplätze in den Niederlanden und Deutschland zum UNESCO-Welterbe und geben Einblicke in das Leben entlang dieser einstigen Grenzlinie. Zu den bedeutendsten zählt das Castrum Novaesium in Neuss.
Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums erwartet dich 2026 eine abwechslungsreiche Themenwoche rund um den Limes. Den Auftakt bildet am 26. Juli 2026 eine Matinée im Clemens Sels Museum Neuss, die neue archäologische Erkenntnisse aus Neuss vorstellt.
Im Anschluss lädt ein vielseitiges Programm auf dem Landesgartenschau-Gelände dazu ein, den Limes aktiv zu entdecken: Ferienangebote, kreative Workshops für Kinder und spannende Führungen machen Geschichte anschaulich und greifbar.
Den Höhepunkt bildet das Geburtstagswochenende rund um den 31. Juli. Gäste erwartet ein lebendiges Programm mit besonderen Erlebnissen:
- ein Festakt zum Jubiläum
- Showkochen mit römischen Rezepten
- ein unterhaltsamer „Science Slam“ rund um den Limes
- Am 1. und 2. August stehen zahlreiche Mitmachangebote für Groß und Klein im Mittelpunkt:
- Führungen mit sogenannten Limes-Cicerones
- kreative Aktionen wie das Bemalen von Matronensteinen
- eine kleine Spielemesse
- Vorführungen und Aktivitäten der Römercohorte Opladen
Herzliche Einladung!
Mit der Fundstelle Novaesium eröffnet sich die Möglichkeit, die römische Geschichte der Region über die Landesgartenschau hinaus aktiv zu entdecken. Als einer der ältesten Militärstandorte am Niederrhein bietet das ehemalige Legionslager faszinierende Einblicke in das Leben vor über 2.000 Jahren.
Ein Blickpunkt entsteht entlang der Rheinvorland-Route: Dieser Rundgang führt von der Landesgartenschau bis an den Rhein und verläuft dabei direkt am ehemaligen Standort des Römerlagers sowie entlang des Niedergermanischen Limes. Unterwegs macht ein neues bronzenes Tastmodell das antike Lager anschaulich und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“.
Nur wenige Schritte vom Landesgartenschau-Gelände entfernt liegt das Clemens Sels Museum Neuss. Das Museum vereint Kunst und Geschichte: Von international geschätztem Symbolismus über Rheinischen Expressionismus bis hin zu wechselnden Sonderausstellungen bietet es ein vielfältiges kulturelles Erlebnis.
Ein besonderes Highlight ist die Neupräsentation der Römischen Sammlung. Sie macht das Leben im antiken Castrum Novaesium als einer der bedeutendsten römischen Militärstandorte am Niederrhein erlebbar. Rund 6.000 Soldaten, ihre Familien, Händler und Handwerker lebten hier wie in einer eigenen Stadt. Über 500 archäologische Fundstücke, großflächige Lebensbilder sowie digitale und interaktive Vermittlungsformate lassen die Geschichte lebendig werden und verbinden sie mit dem heutigen Neuss.
Passend zur Landesgartenschau beleuchtet die Sonderausstellung „Umwelt – Landschaft – Freiheit“ ab 5. Juli 2026 zusätzlich die wechselvolle Landschaftsgeschichte am Niederrhein und zeigt, wie menschliche Eingriffe Natur und Umgebung geprägt haben.